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Das schwedische Regalschiff Vasa


Kurzbesuche im Vasa-Museet Stockholm 1994 und 1999

Das große Kriegsschiff Wasa wurde im Verlauf des dreißigjährigen Krieges beauftragt und gebaut.
Es sollte Symbol und Machtinstrument der Größe der schwedischen Vormacht in der Ostsee sein.
So wurde dies das größte Kriegsschiff seiner Zeit und ist heute das einzig erhaltene des 17.Jahrhunderts.
Größer als alle vor ihm gebauten und mächtiger und wirkungsvoller bewaffnet als alle vor ihm.
Doch darin lag auch sein Verderben.
Wie zur damaligen Zeit üblich wurden diese Schiffe weniger berechnet,
als vielmehr nach der Erfahrung und dem Geschick des jeweiligen Schiffbaumeisters gebaut.
So war jedes Schiff ein absolutes Unikat und mehr oder weniger seetüchtig.
Die Wasa war bereits damals auch insofern eine Besonderheit da ihr Baumeister
von der üblichen Praxis 3 Stämme für den Kiel zu verwenden abwich und
er diesen gar aus 4 Stämmen zusammensetzte.
Was ansich bereits den Größenzuwachs gegenüber anderen Schiffen dieser Epoche verdeutlicht.

Pistolenaxt aus dem 17. Jahrhundert Die königliche Werft auf Skepsholm Die königliche Werft auf Skepsholm Modell von der Bergung des Regalschiffes Vasa

Durch seine enorme Armierung (64 Geschütze) und die damals übliche Methode ein Schiff
durch Balastierung mit 130t Feldsteinen im Kiel eben auf selbem zu halten war dieses stolze Kriegsschiff
letztendlich zu schwer und lag somit wesentlich zu tief im Wasser.
So langte dann auch eine mittlere Windböe bei der Jungfernfahrt dem Stolz der
schwedischen Reichsmarine den Garaus zu machen,
ohne das dieses Schiff einen Gegner auch nur am Horizont gesehen hätte.
Das Schiff als soches hatte eine sehr beachtliche Artillerie an Bord.
Jede der 48 Vierundzwanzigpfünder Kanonen hatte eine maximale Reichweite von ca 1'500m und war in der Lage
bei einer üblichen Gefechtsentfernung von 200-600m eine Eichene Bordwand von 80cm Dicke zu durchschlagen.
Damals waren die Bordwände allgemein zwischen 40 und 50cm dick.
Das Gewicht einer Kanone mit Lafette beträgt 1,5t, sie wurde von 7 Mann bedient.
Dazu kamen dann noch 8 Dreipfünder, 2 Einpfünder, 1 Sechzehnpfünder Kanone und
2 Zweiundsechzigpfünder und 3 Fünfunddreißigpfünder Mörser.
Daneben noch Musketen und Enterwaffen(Beile, Haken...).
Für dieses Riesenschiff veranschlagte man anfangs reine Baukosten von etwa 40'000 Dalern(Reichstaler).
(1 Daler = 4 Mark, 1 Mark = 8 Öre.)
Schlußendlich kostete das Schiff voll ausgerüstet mit allem etwa '100'000 Daler.
Und einen Materialbedarf von annähernd 1'000 Eichen.
Geplant war ferner für das Regalschiff eine Größe von 750 Last üblich waren damals 400-500 Last
(1 Last = 18 Scheffel Roggen = 1,6t, 1t Roggen = 146 Liter) und
130 Mann Besatzung + 300 Soldaten für Artillerie und Enterkommandos.

Modell der Vasa zum Zeitpunkt des Untergangs Vasa Museum im Herbst Vasa Museum im Winter

Vasa-Museum auf der Insel Djurgarden("http://www.vasamuseet.se/tyska/indexty.html")

Homepage des Vasa-Museet

Homepage des Vasa-Museet deutsche Seiten


Bedeutung des Namens:

Regalskep Vasa

Regal leitet sich in diesem Fall nicht vom Regal sondern von den sogenannten "Reichsregalien" ab.
Dies sind sowohl die Königliche Familie als auch die Hauptstadt.
(So ist z.B. das Bergregal das Recht des Königs auf alle bergbaulichen Ausbeutungen. Hier ergibt sich eine Namensabwandlung des lateinischen "regius" als regierend oder königlich.)
Und Vasa, oder auch Wasa ist der eigentliche Familienname des von Gustav II. Adolf.
Und bedeutet in der Übersetzung soviel wie Äre / Getreideäre.


Biografie des Schiffes:

1611 Gustav II Adolf wird mit 17 Jahren König und vergrößert Schwedens Machtbereich.

1625 Auftragserteilung zum Bau der Wasa

1626 Baubeginn für das schwedische Regalschiff Wasa

1628 Weltgrößtes Kriegsschiff seiner Zeit und Flaggschiff der Flotte Gustav II. Adolfs

1628 10.August das Flagg- und Regalschiff Vasa versinkt auf der Jungfernfahrt
durch eine starke Windböe im Hafen von Stockholm nach nur knapp 1 Seemeile.
Neben dem Verlust des Schiffes waren etwa 30 Menschenleben zu beklagen.
Der Verlust des Schiffes wird durch eine Kommission ausführlich untersucht.

1664 Es werden von verschiedenen Expeditionen 53 der bronzenen Kanonen abgeborgen.

1961 das Regalschiff Vasa wird nach 333 Jahren am Meeresgrund gehoben und konserviert

1979 Vorläufiger Abschluß der Konservierungsarbeiten am Wrack.

1988 die Wasa wird in das eigens für sie errichtete Wasa-Museet verlegt in dem sie bis heute ruht.

1990 15.Juni das Wasa-Museet wird feierlich der Öffentlichkeit übergeben.


Technische Daten:

Bauzeitraum 1625 bis 1628
Schiffsbaumeister Henrik Hybertsson
Wasserverdrängung 1400 Tonnen
Segelfläch 1'300 qm (zum Zeitpunkt des Untergangs etwa 650 qm Fock- und Besansegel gesetzt)
Dreimaster (Fock-, Groß- und Besanmast)
Länge über alles: 62 m
Höhe 52,2 m
Breite: 11,30 m
Bewaffnung: 64 Kanonen, Musketen, Hiebwaffen, Enter- und Nahkampfwaffen.



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